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Auszug eines Interviews der Zeitschrift "Digital Production"
mit Daniel Nocke und Eva Sütterlin, die für die Visual Effects zuständig
war.
Digital Production:
Wie kam es zu dem Projekt "Der moderne Zyklop"?
Daniel Nocke:
Studio FILM BILDER und ich hatten schon seit einiger Zeit einen gemeinsamen
Kurzfilm geplant. Als ich beim Stuttgarter Trickfilmfestival 2000
einen Förderpreis für ein neues Projekt bekam, haben wir uns sehr
schnell entschlossen, den "Zyklopen" zu machen.
Digital Production:
War beim Drehbuch-Schreiben auch schon die Animationstechnik entschieden?
Daniel Nocke:
Ich fand von Anfang an, dass sich der archaische Charakter der Zyklopen
am besten in einem fühlbaren Material wie Plastilin ausdrückt. Gleichzeitig
wusste ich, dass wir dieses Mal verstärkt auch auf digitale Techniken
zurückgreifen würden. Ich war gespannt, wie das zusammen passen würde.
Eva Sütterlin war für die digitale Bearbeitung verantwortlich und
von Anfang an bei dem Projekt dabei.
Eva Sütterlin:
Es gab Einstellungen, bei denen schon zu Beginn klar war, dass und
wie wir sie bearbeiten würden. Wenn in einem ausverkauften Zyklopen-Theater
rund hundert applaudierende Riesen zu sehen sein sollen, ist es nahe
liegend, jede Reihe einzeln (vor greenscreen) zu animieren und später
zusammenzusetzen und zu loopen. Da Plastilin ein sehr lebendiges Material
ist, besteht natürlich die Gefahr, dass es den Loop verrät, weil bestimmte
Formen in der Wiederholung deutlich wieder zu erkennen sind. Um das
zu vermeiden, musste ich an einigen Stellen digital in die Knetanimation
eingreifen ohne deren Charakter zu verändern.
Daniel Nocke:
Ich war erstaunt, dass nicht mal ich selbst die Eingriffe erkennen
konnte.
Eva Sütterlin:
Bei anderen Einstellungen haben wir unterschiedliche Verfahren ausprobiert.
Vor allem die Totale der Zyklopen-Insel war interessant. Setbau-Chef
Andy Kaiser hatte die Insel und das Schiff der Reisegruppe gebaut.
Nun mussten wir Wasser finden, das zu diesem realistischen, aber deutlich
handgemachten Stil passte, der den ganzen Film bestimmt. Und das Wasser
musste auch noch mit der Insel und dem Schiff korrespondieren. Das
heißt, die Wellen mussten sich an den Felsen brechen. Wir brauchten
außerdem Spiegelungen und Schatten auf dem Wasser. Wir haben uns nach
einigen Versuchen entschieden, die Insel vor Grün zu drehen und echtes
Meer zu filmen. Damit dies gegenüber den gebauten Sets nicht zu realistisch
aussieht, habe ich die Wellenbewegung rückwärts laufen lassen, verlangsamt
und die Bilder ineinander überblendet. |
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